Autor: schb

Obsidian

Di.day 03.2026

Ziel: Apple Notes mit Obsidian ersetzen. Das hab ich schon lange vor, aber Apple Notes ist halt einfach praktisch, solide und sieht „nett“ aus. Nur: Es ist ein Silo. Es wurde zwar durch die Option des Markdown Exportes etwas offener, am Ende bin ich aber immer wieder in Probleme gerannt, die im Konzept verankert liegen.

Ich hänge gerne an meine Notizen Dateien an. Nicht nur PDFs, sondern auch verschiedene Office-Formate. Und die ließen sich in Notes nie wirklich bearbeiten, weil Änderungen, die außerhalb der App gemacht wurden, nicht erkannt werden. Dadurch gehen dann Änderungen verloren bzw. es werden mehrere Versionen der gleichen Datei an verschiedenen Orten abgespeichert.

Und weil in der letzten Woche gleich zweimal Obsidian über den Weg gelaufen ist als „Produkt der Wahl“, hab ich den Di.day genutzt, und bin es angegangen.

Die Umstellung läuft bisher auch ganz erfolgreich. Aber: Es ist auch mühsam, seine Notizen umzuziehen. Zwar hatte ich über die Weihnachtsfeiertage die Notizen schon aufgeräumt und in etwa halbiert, aber fast 700 Notizen waren es am Ende schon noch. Die meisten Notizen geht automatisch durch, aber bei vielen – vor allen denen, die wirklich wichtig sind und für aktuelle Projekte stehen – musste doch nochmal händisch nachjustiert werden. Immerhin soll das System ab morgen „produktiv“ sein.

Ich fahre nicht parallel. Bis auf ein paar geteilte Notizen ist die Notizen.app geleert.

Ein paar Hinweise:

  1. Weil Obsidian mit Dateien und Verzeichnissen arbeitet, lässt sich prima PDFsqueezer oder JPEGmini auf die Dateien anwenden. Weil in Notes alles in einem Silo steckte, klappte das dort nicht. Hinzu kommt, dass Notes für jedes PDF einige (!) Vorschau Dateien angelegt hat. Obsidian ist deutlich schlanker und flexibler. Von fast 4 GB bin ich nun auf deutlich unter 1 GB gekommen.
  2. Nicht alle Erweiterungen in Obsidian muss man auch nutzen oder aktiviert lassen. Auf diese Weise erscheint die Oberfläche dann weniger komplex und „nerdig“. Vor allem die „Graph“ Ansicht empfang ich in früheren Versuchen immer als störend – bis ich entdeckt hab, dass sie sich einfach ausschalten lässt. 🤦🏻‍♂️
  3. Mit der Kurzbefehl Sammlung von Carlo ZottmannActions for Obsidian“ lässt sich dann auch fix ein Kurzbefehl basteln, der per Tastenkombination aus dem ausgewählten Text der aktuellen Notiz eine Erinnerung in der Reminders.app erstellt. Damit ist mein persönlicher Workflow gesichert.

Erich Mühsam: Der Revoluzzer

War einmal ein Revoluzzer,
Im Zivilstand Lampenputzer;
Ging im Revoluzzerschritt
Mit den Revoluzzern mit.

Und er schrie: „Ich revolüzze!“
Und die Revoluzzermütze
Schob er auf das linke Ohr,
Kam sich höchst gefährlich vor.

Doch die Revoluzzer schritten
Mitten in der Straßen Mitten,
Wo er sonsten unverdrutzt
Alle Gaslaternen putzt.

Sie vom Boden zu entfernen,
rupfte man die Gaslaternen
Aus dem Straßenpflaster aus,
Zwecks des Barrikadenbaus.

Aber unser Revoluzzer
Schrie: „Ich bin der Lampenputzer
Dieses guten Leuchtelichts.
Bitte, bitte, tut ihm nichts!

Wenn wir ihn’ das Licht ausdrehen,
Kann kein Bürger nichts mehr sehen,
Lasst die Lampen stehn, ich bitt!
Denn sonst spiel’ ich nicht mehr mit!“

Doch die Revoluzzer lachten,
Und die Gaslaternen krachten,
Und der Lampenputzer schlich
Fort und weinte bitterlich.

Dann ist er zuhaus geblieben
Und hat dort ein Buch geschrieben:
Nämlich, wie man revoluzzt
Und dabei doch Lampen putzt.

Der deutschen Sozialdemokratie gewidmet.

Gedanken zur Diskussion: SocialMedia Verbot

Vorab: Der Gedanke ist nicht medienpädagogischer Art. 

Über Jahre begleitet uns – neben den Netzsperren – die Diskussion um die Klarnamenspflicht im Netz. Meist vorgetragen von Konservativen – irgendwann dann auch als schöne Idee aus der Mitte aufgenommen. Es hat ja auch was, wenn man sich nicht hinter Pseudonymen zum Mobbing „verstecken“ kann. Ich schweife ab, auch darum soll’s nicht gehen.

Mein Gedanke in den letzten Tagen war, dass mir viel zu wenig thematisiert wird, welche Strategie hinter der aktuellen Diskussion steht. 

Aktuell wird das Thema des Social-Media-Verbots dem öffentlichen Diskurs vorgeworfen und dankbar aufgenommen. Es werden Beispiele genannt, das Für und Wider begründet und Abwägungen getroffen. Versteht mich nicht falsch: Das ist gut und wichtig! Und gehört in den politischen Raum.

Nur: Ich glaube, wir fallen (wieder) auf eine gut abgehangene Strategie rein.

Während wir über den Umgang von Kindern mit Social-Media diskutieren — also über ein Problem, das zwar kontrovers, aber grundsätzlich konsensfähig ist — werden parallel dazu technische Lösungen normalisiert: Die verbindliche und standardisierte (Alters-)Verifikation. Sie erscheint als notwendige Konsequenz und wird nicht in Frage gestellt.

Wenn wir uns – egal bei welchem Alter oder welchen Diensten der Kompromiss am Ende landen wird – dafür entscheiden, Kinder und Jugendliche als „schutzbedürftig“ zu deklarieren, ist klar, worauf das hinausläuft: Die Identifikation im Netz wird zur Voraussetzung von Schutzmaßnahmen. Erstmal nur für das Alter, aber das ist eine politische Frage und – einmal eingeführt – beliebig erweiterbar.

Dass wir uns parallel dazu auf die Schulter klopfen können, dass die „Klarnamenspflicht“ von der CDU nicht beschlossen worden ist, macht es bitter. Darum ging es nicht. Es ging um die technische Grundlager einer solchen. Und die wäre auch mit dem Social-Media Verbot da.

Vielleicht sollten wir weniger über das Verbot selbst sprechen — und mehr über die Infrastruktur, die im Schatten dieser Diskussion entsteht.

Don’t like it.

Miniflux Theme

Miniflux ist ein guter RSS Reader. Hoch funktional, reduziert und vor allem schnell. Er bietet diverse Schnittstellen und bleibt trotzdem übersichtlich.

Auch die GUI ist funktional. Aber was bei Technik gut ist, muss bei der Oberfläche nicht ebenso sein. Daher war ich auf der Suche nach einem Theme, das man über CSS einpflegen kann.

Es gibt ein Verzeichnis von Themes: https://github.com/MaybeThisIsRu/awesome-miniflux

Aber eins fehlt dort, was ich persönlich für das Beste halte. Daher sei es hier erwähnt: Miniflux-Theme-Reeder

Die Kommentare im CSS sind auf Chinesisch. Was aber nicht weiter stört. Es gibt nur wenige Text-Elemente, die im CSS definiert sind. Daher hab ich das Theme angepasst und die Phrasen ins Deutsche übersetzt.

Wer die Änderungen haben möchte: MinifluxTheme [zip].

Einfach kopieren und in ‚Miniflux‘ → ‚Einstellungen‘ → ‚Benutzerdefiniertes CSS‘ einfügen. Fertig.

Miniflux sieht danach so aus:

Das lässt sich dann prima als PWA auf dem Computer, Tablet oder Smartphone nutzen und unterscheidet sich kaum von einer echten App.
(Netnewswire 7 ist aber auch nicht schlecht. Alternativen zu haben ist besser 🙂)