Das Web 2.0 war meine Sozialisation mit dem Internet. Ich kannte Mailboxen, hab mich im MagicVillage eingewählt, ich kannte frühe Webseiten, die mit Mosaic dargestellt werden konnten. Aber richtig los ging es mit Blogs und Wikis. Das war eine wunderbare Zeit, in der wirklich Menschen miteinander in Austausch kamen, die sich bis dato nicht kannten und sich in ihren Nischen auch wahrscheinlich kohlenstofflich kaum über den Weg gelaufen wären.
Aber die Entwicklung der letzten Jahre ließ mich enfremden. Wir müssen das hier nicht weiter vertiefen. Kurz: Es ist nicht das soziale am Netz, sondern die Algorithmen und die Plattformisierung.
Netzpolitik hat heute darüber geschrieben: Das Internet stirbt
Bei der Ökonomisierung menschlicher Aufmerksamkeit ist es ziemlich egal, mit welcher Art von Beiträgen diese erzeugt wird. Und so schlecht eine Content-Form auch sein mag: Wenn Tausende solcher Videos hochgeladen werden, stehen die Chancen nicht schlecht, dass zumindest eines der Videos viral geht – selbst dann, wenn es inkohärente Geschichten mit KI-Obst in den Hauptrollen sind. Und je mehr Content es gibt, desto mehr Content kann konsumiert werden und desto mehr Profitoptionen ergeben sich für die Betreiber.
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Soziale Medien sollten – zumindest aus Nutzer:innenperspektive – ursprünglich ein Ort sein, an dem wir mit unseren Freund:innen in Kontakt bleiben können. Doch ihre Accounts nehmen wir kaum noch wahr.
Vor ein paar Tagen fragte ich im Fediverse, warum ich überhaupt noch Domains „besitze“. Dahinter steht auch der Gedanke, ob ich überhaupt noch Teil dieser „Kultur“ sein möchte. Und wenn doch, wie ich den Umgang damit gestalte. Es ist und bleibt eine Frage ohne Antwort. Hast Du eine? 😉
Die Sonne scheint.
Off.